Die 33 Reisenden -  Das Massaker von Suruc

 

Wir sind 33 Reisende. Am 20. Juli 2015 waren wir in Suruc. Um der vom IS zerstörten Stadt Kobane bei der Wiederauferstehung zu helfen und die Hoffnung in der zertrümmerten Stadt wieder aufleben zu lassen, hatten wir uns damals auf den Weg gemacht.

Wo auch immer unser Weg uns hinführte, zogen wir mit unserem Kampfruf „Gemeinsam haben wir Kobane verteidigt, gemeinsam werden wir Kobane wiederaufbauen!" die Menschen hinter unsere Transparente. Ob aus Adana oder Samsun, aus Mardin oder aus Istanbul: aus allen Städten kamen wir, die hoffnungstragenden Kinder des Gesi-Aufstands zusammen, um der befreiten Stadt beim Aufbau wieder auf die Beine zu helfen.

Geladen, einerseits mit dem bauchkribbelnden Gefühl, das die Nähe unserer Genossinnen und Genossen in uns erweckt, andrerseits aber auch mit der Sehnsucht nach Freiheit, die unsere Herzen nach Rojava gezogen hatte. Wir waren unserem Ziel sehr nah, als unseren Träumen der hinterlistige Anschlag des Faschismus in den Weg gestellt wurde. Wir sind die, von denen ihr Abschied nehmen musstet.

Wir sind Cebo, Polen, Büşra, wir sind Alper wir sind Murat, wir sind Keke…

Wir bleiben unvergessen, Evrim Deniz, Süleyman, Narttrm, Nazli Vatan, Nuray Erdal, Koray. Dort, wo der Mensch um sein Recht kämpft, ein Mensch sein zu können, dort hat man uns nicht vergessen.

Wer unsere Mörder sind, ist klar. Auf wessen Händen unser vergossenes Blut auch liegt. Dennoch werden die Akten geheim gehalten. In Suruç hat der Krieg angefangen. Ermöglicht man erstmal eine richtige Untersuchung zu unseren Tätern, wird sich dadurch die Tür für eine tiefgründigere, intensivere Auseinandersetzung mit den abscheulichen und wiederwertigen Massakern der letzten Monate öffnen.

Wir wissen, dass sich am Ende die Gerechtigkeit, nicht nur für uns, sondern für alle durchsetzen wird.

In unserer Suche nach Gerechtigkeit wollen wir die Genossinnen, Genossen, Geschwister und Eltern der Gefallenen, auch dich, in unseren Bann ziehen. Wir Ugur, Nazegül, Ece, Okan, Alican, Serhad, Cagdas brauchen deine Unterstützung, sodass auch deine Stimme Gerechtigkeit fordert. Lass uns in unserem Kampf um Gerechtigkeit nicht allein. Lass uns nicht allein, weil wir für alle Gerechtigkeit fordern. Denn wenn wir es schaffen, Gerechtigkeit nach Suruç zu bringen, warum dann nicht auch nach Amed, nach Istanbul oder nach Ankara? Wenn in Suruç die Gerechtigkeit gewinnt, gewinnen auch die Samstagsmütter, die jede Woche nach Gerechtigkeit für ihre gefallenen/verschwundenen Töchter und Söhne beten. Es gewinnt auch Tahir Elci, für dessen Kampf um Gerechtigkeit sich letztes Jahr Tausende bei einem Trauermarschin in Diyarbakir bedankten. Es gewinnen auch die unschuldigen kurdischen Zivilisten Roboskis, die Opfer des skrupellosen Anschlags des faschistischen türkischen Staats wurden. Von den Frauen, die von ihren Ehemännern ermordet wurden bis zu den getöteten Demonstranten von Gezi. Der Kampf in Suruç ist ein gemeinsamer Kampf, und die zu erlangende Gerechtigkeit muss von uns allen gefordert werden.

Fordere auch du Gerechtigkeit für Suruç!

Wir, die von einer besseren Welt träumen,

 

die 33 Reisenden

 

 

Kalender

December 2017
M T W T F S S
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Veranstaltungen

Top