Protestaktion gegen die Zensur an der Leibniz Universität Hannover
Präsidium verhindert Seminaren mit kurdischem Bezug

Die YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan [1]) hat heute ein Transparent mit "Freiheit für Öcalan" am Königsworther Platz an einem Gebäude der Leibniz Universität Hannover (LUH) aufgehängt. Damit soll ein Zeichen gegen die Zensur des Präsidiums der LUH gesetzt werden. Dieses hatten in der vorletzten Woche Kursen zur kurdischen Sprache und zu einem Buch von Abdullah Öcalan [2] die Zustimmung verweigert.

Das Präsidium behauptete, dass es dort zu Propaganda kommen könnte. Gegen diese haltlose Unterstellung hatten sich der AStA und die studentischen Senator/innen der LUH, sowie die YXK in einem offenen Brief entschieden ausgesprochen. Dies führte jedoch nicht zu einem Einlenken.

Vergleichbare Seminare zu Büchern von Abdullah Öcalan wurden bereits in drei vorangegangenen Semestern vom Präsidium genehmigt und hatten bisher keine Probleme bereitet. Es kann daher nur vermutet werden, dass eine veränderte politische Lage zum Sinneswandel des Präsidiums der LUH geführt hat.

Sara Tolhildan, Sprecherin der YXK dazu: „Dass in der Türkei alles was kurdisch und intellektuell ist von Erdogan unter Terrorismusverdacht gestellt und verboten wird, wissen wir inzwischen. Das Präsidium der Leibniz Universität Hannover scheint diese Einschätzung aus Angst vor der politischen Brisanz übernommen zu haben. Damit reiht sich das Präsidium in die Rückratlosigkeit deutscher Behörden vor dem türkischen Staat ein. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung darf nicht aus vorauseilendem Gehorsam vor der Empörung türkischer Nationalisten unterbunden werden.“

Tolhildan weiter: „Die YXK wird diese Zensur nicht hinnehmen. Wir werden die Durchführung des Lesekreises zu Abdullah Öcalans neustem Buch „Zivilisation und Wahrheit“ übernehmen; und zwar an dieser Universität. Ob es dem Präsidium passt oder nicht.“
Der Lesekreis startet am 24.10. um 16 Uhr an der LUH. Der Raum wird noch bekanntgegeben.
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[1] Der „Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.“ ist eine studentisch-universitäre Gruppe. Sie versucht an den Universitäten und in der allgemeinen Öffentlichkeit ein Verständnis für die kurdische Frage und die mit ihr zusammenhängenden Konflikte im Mittleren Osten und in Deutschland zu ermöglichen. Der Verband möchte ein basisdemokratisches Zusammenleben Aller sowohl in Kurdistan, als auch hier in Deutschland fördern. Dies geschieht hauptsächlich durch Vorträge, Lesungen und Demonstrationen. Darüber hinaus ist der Verband Anlaufpunkt für kurdische Studierende und all diejenigen, die sich für die freiheitlichen Ideen des demokratischen Konföderalismus interessieren.
yxkonline.de
fb.com/hannover.yxk

[2] Abdullah Öcalan ist politischer Gefangener des türkischen Staates und sitzt seit 1999 in Isolationshaft. Seine Ideen und Schriften haben großen Einfluss auf die kurdischen Gesellschaft und den Mittleren Osten. Das prominenteste Beispiel ist Rojava/Nordsyrien, wo versucht wird seine Ideen von Basisdemokratie, Ökologie und Geschlechterbefreiung umzusetzen.

PM - Protestaktion gegen Zensur an der LUH

Offener Brief an das Präsidium der LUH zur Behinderung von stud Seminaren

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