Am 28.11.2017 fand an der Universität Bielefeld die Veranstaltung "Die Êzîden und das Êzîdentum" statt, welche von der YXK, JXK und HCÊ Bielefeld organisiert wurde.

Rednerin Lorîn Sezek:
"In der deutschen Öffentlichkeit ist bis heute wenig über die ÊzîdInnen bekannt, obwohl sie hierzulande als die größte Diasporagemeinschaft gelten. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, unsere Gesellschaft über diese vom Aussterben bedrohte Religionsgemeinschaft zu informieren. Ihre Heimat haben die ÊzîdInnen vor über 40 Jahren aufgrund von Verfolgungen und aufeinanderfolgenden Genoziden verlassen und leben heute zum größten Teil in Deutschland. Die KurdInnen sind ein Volk der Geschichte und das Êzîdentum bildet eine der ältesten Religionen weltweit."

Der Vortrag zeichnete ein Bild von der unbekannten Religion, Gemeinschaft und Geschichte der ÊzîdInnen mit einem Einblick in die Vergangenheit und Zukunft dieser Religionsgemeinschaft.

"Die Sonne nimmt einen hohen Stellenwert im Êzîdentum ein, sie wird als sichtbares Symbol Gottes verstanden, weswegen auch die Gebete in Richtung Sonne gewendet. Jeder der will, stellt sich vor die Sonne und erzählt ihr das, was in diesem Augenblick sein Herz spricht. "

"Die Êzîden besitzen kein buch, die Religion wird mündlich überliefert. Daher ist vieles sehr umstritten. Umso wichtiger ist daher, über Ansichten zu diskutieren und diese kritisch zu hinterfragen. Das sind sehr wichtige Faktoren dafür, solche Probleme als Kollektiv zu behandeln."

"Die ÊzîdInnen haben in der Vergangenheit immer unter der Führung des Staates oder anderen Mächten gelebt. Nach dem Genozid in Şengal begannen sie, sich mit Hilfe der YBŞ selbst zu verteidigen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass die ÊzîdInnen nicht erst seit dem Genozid existieren. Sie bilden eine sehr alte und historische Gesellschaft. Genauso wichtig zu erwähnen ist aber auch, dass tausende ÊzîdInnen durch die YPG und YPJ befreit wurden und heute mit Hilfe derer, ihre eigenen Selbstverwaltungsstrukturen in Şengal aufbauen konnten."

"Es ist sehr wichtig, die Wahrheit hinter unserem Schicksal zu sehen und unsere Kultur zu schützen und beizubehalten. Entscheidend ist, dass das kurdische Volk eine Einheit bildet. Gegen jede Art von Feindlichkeiten gegenüber dem kurdischen Volk, muss sie eine Einheit bilden. Das macht uns stärker, als je jemand geglaubt hätte."  Mit den Worten "Ich wünsche mir, dass Religion immer zweitrangig - und die Menschlichkeit erstrangig ist" , beendete Lorîn Sezek ihre Rede.

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