Niemals vergessen, niemals vergeben !
20. Juli 2015 - das Massaker von Suruç

3 Jahre ohne Gerechtigkeit, ohne Menschlichkeit, ohne Frieden...
Wir gedenken unserer 33 Genoss*Innen, die bei dem Anschlag in Suruç ihr Leben ließen und geben unser tiefstes Versprechen:


Euer Kampf ist unser Kampf !
Nachdem der kurdische Kanton Kobanê Anfang 2015 durch die örtlichen Volksverteidigunseinheiten der YPG und YPJ vom IS-Terror befreit wurde, rief die Föderation der sozialistischen Jugendverbände der Türkei (#SGDF) gemeinsam mit anderen Organisationen für den 19. bis 24. Juli zu einer Kampagne zum Wiederaufbau der durch den IS zerstörten Stadt Kobanê auf.

„Gemeinsam verteidigt, gemeinsam wieder aufbauen“ lautete das Motto der Jugend.

Am 20.7. 2015 kamen daraufhin etwa 300 Jugendliche zusammen und wollten über die Grenze von Suruç (Türkei) aus nach Kobanê reisen, um den Kindern Spielzeuge zu bringen und sich am Wiederaufbau der Stadt zu beteiligen. Bereits im Vorfeld auf dem Weg dorthin hatte es mehrere Provokationen mitsamt Festnahmen durch Polizeikräfte gegeben, doch die Gruppe setzte ihr Vorhaben fort.

Der 20. Juli 2015
Gegen 12 Uhr Ortszeit, während der Versammlung mit rund 300 Menschen im Garten des Kulturzentrums in Suruç, sprengte sich ein polizeibekannter und staatlich beauftragter Selbstmordattentäter des IS in die Luft und riss dutzende Menschen mit in den Tod. Dabei starben 33 hauptsächlich junge Genoss*innen und über hunderte weitere erlitten schwere Verletzungen. Die meisten der Anschlagsopfer waren Student*innen.

In Suruç starb an diesem Tag die Menschlichkeit

Sekunden nach der Explosion war der Garten des Zentrums ein reines Massengrab.
Viele der Opfer verloren ihr Leben direkt durch die heftige Explosion, weitere erlagen ihren schweren Verletzungen noch später im Krankenhaus.
Bis heute befinden sich viele Angehörige und weitere Anwesende sowie Augenzeug*innen in psychischer Behandlung, um die brutalen Folgen des Anschlags verarbeiten zu können.

Welcher Hass ist dazu imstande, junge Menschen aus dem Leben zu reißen?
Es ist der abgrundtiefe Hass, den die türkische Regierung seit Jahrzehnten gegen Minderheiten in der Türkei pflegt.
Es ist die kurdenfeindliche und anti-linke Grundhaltung der Türkei, die das AKP-IS-Bündnis ein weiteres Mal unter Beweis stellte.
Der Hass, der auch der neuen Generation der Türkei auf jeder Instanz vermittelt wird.

Kurz nach der Explosion verbreiteten sich massenhaft Bilder im Internet.
Die Reaktionen darauf verschlugen nochmals die Sprache. Während viele Bürger*innen ihre Trauer zum Ausdruck brachten und den Angehörigen ihr Beileid aussprachen, amüsierten sich viele weitere über die Bilder, auf denen die Opfer abgebildet waren und machten sich über die abgetrennten Körperteile lustig.

Heute:
Viele Überlebende des Anschlags befinden sich aufgrund von politischem Aktivismus im Gefängnis. Darunter auch viele Anwält*innen, Nebenkläger*innen und Zeug*innen, die weiterhin festgehalten werden.


Wir fordern die sofortige Freilassung der Gefangenen und Gerechtigkeit für die Angehörigen der Opfer !

Wir fordern ein angemessenes Gedenken für die Opfer und den Rücktritt dieser widerlichen faschistisch verankerten Regierung !

Den Kampf um Gerechtigkeit werden die Familien von Suruç überall dort weiterführen, wo immer sie ihre Stimme erklingen lassen können.
Damit kein Traum unvollendet bleibt...

Es gilt immer: Erinnern heißt kämpfen !
In Gedenken an unsere wundervollen Genoss*innen und in ewigem Versprechen:

Euer Kampf ist unser Kampf !


JXK- Studierende Frauen aus Kurdistan

 

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