Stellungnahme der JXK zu den Angriffen auf Rojava

Ein Angriff auf Kobanê ist ein Angriff auf uns alle!

 

Seit Sonntag greift die faschistische türkische Besatzerarmee erneut Kobanê in Rojava an. Bei den Angriffen starben bereits zwei KämpferInnen der Selbstverteidigungseinheiten Rojavas, YPG und YPJ und mehrere ZivilistInnen.

Kobanê ist nur eine kleine Stadt im Norden Syriens, doch als Teil der demokratischen Selbstverwaltung Rojavas, ist sie ein Symbol der Hoffnung für millionen Menschen geworden.

Seit Tagen greift der faschistische türkische Staat die Kantone Kobanê und Girê Spî an. Im Osten Kobanês steht das Dorf Silipkiran massiv unter Beschuss und auch um Girê Spî wurden die Dörfer Silîp Qiran, Tilfindir, Suske und Yabis mit schweren Waffen angegriffen.

Schon 2014 griff der IS als Handlanger Erdoğans Kobanê an, doch durch den heldenhaften Widerstand der KämpferInnen der YPG und YPJ konnten die islamistischen Milizen weitestgehend verdrängt werden und der 1. November wurde zum Welt-Kobanê-Tag erklärt.

Heute greift die Türkei selbst offensiv an, um ihr faschistisches Regime zu stabilisieren und die demokratische Autonomie in Kurdistan zu schwächen.
Damit verschafft die Türkei ihren Verbündeten des IS gerade im Südosten Syriens (Dêra Zor) eine gefährliche Atempause und erschwert der YPJ und YPG gezielt den Kampf gegen den IS.

Die Türkei spielt mit offenen Karten:
Erdoğan möchte den effizienten Kampf gegen den IS und somit die Friedensbestrebungen im Nahen und Mittleren Osten mit aller Kraft verhindern.

Derzeit ist die wirtschaftliche Lage in der Türkei instabil und Erdoğan sieht seine Position als Dikatator im türkischen Parlament bedroht.
Erneut eilt der deutsche Staat der türkisch-faschistischen Regierung daher zur Hilfe.

Die deutsche Appeasement-Politik:
Während es im Inneren gilt, dass „Konfliktpotenzial“ mit massiver Polizeigewalt bekämpft wird, Demonstrationen aufgelöst und kriminalisiert werden, Flaggen verboten und DemonstrantInnen brutal verprügelt werden, politische AktivistInnen in die Türkei abgeschoben werden, gibt die deutsche Kanzlerin bei dem Vierer-Gipfel Treffen, grünes Licht, um Rojava anzugreifen.
Wir erinnern uns auch an folgende Schlagzeilen: "Leopardpanzer in Efrîn", als die türkische Armee das Volk in Efrîn mit deutschen Panzern angriff.

Der heldenhafte Kampf in Rojava für die gesamte Menschheit, der den IS weitgehend militärisch besiegt hat, scheint schnell vergessen. Dass die SDF momentan die letzte Bastion des IS in Dêra Zor bekämpft, steht ebenfalls nicht mehr auf der politischen Agenda.

Die BRD bleibt der Türkei trotz bestialischer Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen stets ein treuer Partner.
Aus diesem Grund sehen wir die gesamte deutsche Öffentlichkeit in der Verantwortung für die Besatzerangriffe der Türkei auf Rojava!
Gerade nachdem Vierer-Gipfeltreffen zwischen Deutschland, Frankreich, Russland und der Türkei, der dem „Friedensprozess in Syrien” dienen sollte, nehmen die Angriffe auf Rojava erkennbar verstärkt zu.

Es herrscht ein politischer Konsens aller kapitalistischen Staaten, das Projekt des demokratischen Konföderalismus in Rojava nicht zu dulden und mit allen Mitteln zu bekämpfen. Sei es in der Theorie oder auch in der Praxis: Die kurdische Autonomie und jegliche Errungenschaften sollen nach verlustreichen Gefechten mit islamistischen Milizen, dem Erdboden gleich gemacht werden - das hat für die kapitalistischen Bündnisse höchste Priorität.

In Syrien werden vor den Augen der internationalen Staatengemeinschaft auf Kosten der kurdischen Zivilbevölkerung, kaltblütige und habgierige Interessen durchgesetzt. Eine Perspektive für einen langfristigen Frieden gibt es nicht.

Doch Kobanê bleibt ein Symbol des heldenhaften Widerstandes!
Millionen Menschen auf der ganzen Welt erkannten, dass in Kobanê auch ihre Werte und Ideen verteidigt werden und solidarisieren sich mit der basisdemokratischen Alternative in Rojava.

Wir rufen die gesamte Öffentlichkeit dazu auf, sich an den kommenden Demonstrationen zu beteiligen.
Lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen die faschistische Besatzungspolitik setzen und an dem Freiheitskampf der Menschen in Rojava teilhaben. Wir müssen die Errungenschaften der Rojava-Revolution gemeinsam - auch hier in Europa verteidigen.

Für ein freies Leben - für die Alternative!
Überall ist Kobanê, überall ist Widerstand!

 

Hoch die internationale Solidarität!

Bijî berxwedana Rojava - lang lebe der Widerstand in Rojava!

 

JXK – Studierende Frauen aus Kurdistan

 

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