Bei der Podiumsdiskussion „Quo vadis, Türkei?" wurde die aktuelle Lage in der Türkei, ihre Auswirkungen auf Deutschland und die Zukunft der deutsch-türkischen Beziehungen thematisiert. Aufgrund des Verbots durch die Hochschule musste die Veranstaltung kurzfristig in das DGB-Haus verlegt werden, das von dem GEW zur Verfügung gestellt worden ist. Weitere Unterstützer der Veranstaltung waren Nav-Dem, Linksjugend Solid, Plan: aGo, AStA der Universität Bremen und der Hochschule Bremen, Civaka Azad, Kurdistan Solidaritätskomitee Bremen und die Rosa Luxemburg Initiative.

Die ReferentInnen brachten den über 200  Zuhörern wie bereits in Hamburg am 28.01.2018 die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Zustände in der Türkei näher. Hierbei lag der Fokus auf der Repression, welcher sich die kurdische und demokratische Opposition nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland ausgesetzt sieht.
Die Referentin Leyla Imret berichtete als Augenzeugin von dem blutigen Krieg der türkischen Regierung gegen die kurdische Zivilbevölkerung, den sie hautnah in Cîzre miterlebte und infolgedessen sie als Ko-Bürgermeisterin der HDP ins deutsche Exil flüchten musste.
Der Völkerrechtler Prof. Dr. Norman Paech sprach als Jurist über das legitime Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volkes, über die Schlüsselfigur des kurdischen Volksrepräsentanten Abdullah Öcalan für den Frieden im Mittleren Osten und über den Begriff des Terrors. Prof. Dr. Norman Paech verdeutlichte, dass es keine klare Definition von Terror gibt, damit die Herrschenden die Defintionsmacht haben, um somit Oppositionelle/ demokratische Kräfte unter der Terrorbekämpfung bekämpfen zu können.
Ramazan Mendanlioglu arbeitet als freier Schriftsteller für Civaka Azad und stellte klar, dass die Waffenbrüderschaft und somit die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland nicht erst seit dem Angriff auf Afrin bestehen, sondern schon seit 150 Jahren. Dies verdeutlicht, dass eine objektive und faktenbezogene Berichterstattung einen wichtigen Beitrag dazu leistet, diesen Krieg zu stoppen und eine friedliche Lösung zu finden.
Der Friedensakademiker Dr. Cetin Gürer ist einer der über 2000 Akademiker, die von der türkischen Regierung angeklagt sind, weil sie zu Frieden aufgerufen haben. Die Akademiker bezeichneten das harte Vorgehen der türkischen Regierung in kurdischen Siedlungsgebieten Ende 2015 als "Vernichtungs- und Vertreibungspolitik" und schrieben: „Wir, die Akademiker und Wissenschaftler dieses Landes, werden an diesem Verbrechen nicht teilhaben!".
Dr. Cetin Gürer sprach über die begangenen Genozide, die immer noch nicht als solche von der türkischen Regierung anerkannt worden sind. Das Problem hierbei ist die fehlende Aufarbeitungskultur der türkischen Regierung, das Stillschwiegen der anderen Länder und der Faschismus als politisches Instrument, um die Macht zu erhalten, so Dr. Gürer.  


Die Veranstaltung endete mit dem Aufruf sich den Protesten gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Efrîn anzuschließen, vor allem auf den deutschen Straßen die BRD als Mittäter und Kriegsregierung zu dechiffrieren und für Frieden zu demonstrieren. 

 

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