Montag, 30 November -0001 00:00

5 Jahre Widerstand – 5 Jahre Revolution – 5 Jahre Hoffnung

Written by
Rate this item
(0 votes)

5 Jahre Widerstand – 5 Jahre Revolution – 5 Jahre Hoffnung


Vor fünf Jahren am heutigen Tag begann im nordsyrischen Kobanê ein Aufstand, der in der Geschichte seines Gleichen sucht. Die Revolution vom 19.Juli war ein Aufstand der Würde, der Freiheit und der Demokratie, ein Aufstand der das Antlitz einer ganzen Region für immer verändern würde und ein Aufstand der sich bis zum heutigen Tag unvermindert fortgesetzt und stetig vergrößert hat. Was als ein Aufstand des kurdischen Volkes gegen die Unterdrückung und Verleumdungspolitik des syrischen Baath-Regimes begann, hat heute, fünf Jahre danach, die Qualität einer regionalen Revolution über alle ethnischen und religiösen Grenzen hinweg gewonnen. Die Revolution von Rojava erfüllt heute die Herzen von Millionen mit Hoffnung und Mut und das System der Demokratischen Föderation Nordsyrien steht Modell für einen friedlichen und demokratischen Mittleren Osten. Heute geht es um weit mehr als nur um die Lösung der kurdischen Frage, heute geht es um eine demokratische Zukunft für ganz Syrien und alle Völker der Region. Die Demokratischen Kräfte Syriens, welche zur Stunde die Barbaren des sog. Islamischen Staats aus seiner selbsternannten Hauptstadt Raqqa vertreiben, sind der lebendige Ausdruck des Gedankens der Demokratischen Nation und der Geschwisterlichkeit der Völker.
Der 19.Juli steht auch für den Kampf gegen die seit 5000 Jahren andauernde patriarchale Herrschaft und die Befreiung der Frau. Er steht für die demokratische Selbstverwaltung der Völker und der Neuorganisation des Lebens in Räten und Kommunen und er steht für den Aufbau einer bedarfsorientierten, kollektiven und ökologischen Wirtschaftsweise. Der 19.Juli steht für die Perspektive auf ein Leben jenseits kapitalistischer Ausbeutung und Verwertung, für eine Gesellschaft frei von staatlicher Bevormundung und Unterdrückung. Er steht für wahre Unabhängigkeit, das Selbstbestimmungsrecht der Völker und für eine freie Zukunft im Sozialismus.
Die Revolution von Rojava steht in der Tradition aller Kämpfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte. Sie ist die Summe aller gesellschaftlichen Widerstände, von der Frau die sich gegen die Errichtung der patriarchalen Sklaverei zur Wehr setzte, über Spartakus und die Sklavenaufstände bis zu den Arbeits- und nationalen Befreiungskämpfen des 19. und 20. Jahrhunderts. In den Schützengräben Rojavas und Nordsyriens wird heute das Erbe aller revolutionären Kämpfe von Paris über St.Petersburg bis nach Madrid verteidigt. Der 19. Juli markiert nicht nur den Beginn der Rojava Revolution, er ist auch gleichzeitig der Jahrestag des Aufstands gegen die faschistischen Putschisten 1936 in Spanien und des Sieges der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront Nicaraguas FSLN. Dort wurde am 19.Juli 1979 die Diktatur Somozas, welcher durch den US-Imperialismus gestützt und an der Macht gehalten wurde, bekämpft und abgeschafft. Mögen beide Revolutionen letzten Endes auch niedergeschlagen worden sein, nichts war vergebens und nichts ist vorbei, denn die Hoffnung auf Befreiung lebt heute in der Revolution von Rojava weiter.
So wie SozialistInnen aus aller Welt, angetrieben vom Geist des revolutionären Internationalismus 1936 zur Verteidigung der Republik nach Spanien geströmt sind, so finden auch heute kämpferische Jugendliche aus aller Welt ihren Weg in die befreiten Gebiete des Mittleren Ostens und nehmen aktiv am gesellschaftlichen Aufbau und der Verteidigung der Revolution teil. Der revolutionäre Aufbruch in Rojava und Kurdistan ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung für die Völker der Welt und weißt all jenen die einen Ausweg aus dem Chaos der kapitalistischen Moderne suchen, den Weg aus der Finsternis. Die Fackel die am 19.Juli 2012 in Kobanê entzündet wurde, ist niemals erloschen und erleuchtet heute die Gassen und Straßen Raqqas. Niemand kann heute mehr behaupten, dass es keine Alternative zum Kapitalismus geben kann. Die fünfjährige Erfolgsgeschichte der Revolution von Rojava ist der lebendige Beweis dafür, dass Freiheit heute kein Traum bleiben muss.
Doch Rojava ist auch von allen Seiten bedroht. Die regionalen Mächte und die Feinde der Revolution wetzen die Messer und lechzen danach die Demokratische Föderation Nordsyrien zu vernichten. Die imperialistischen Mächte, allen voran die USA und Russland versuchen die Revolution zu liquidieren und das Feuer im Keim zu ersticken. Die Kräfte der kapitalistischen Moderne und der alten Ordnung fürchten nichts mehr, als dass sich diese Revolution verbreiten könnte. Es muss allen bewusst sein, dass der Imperialismus im Zweifelsfall nichts unversucht lassen und auch vor keiner Gewalt zurückschrecken wird, um diesen Aufstand niederzuschlagen. Derzeit arbeitet die Türkei an der Vorbereitung eines massiven Angriffs auf den Kanton Afrin. Es ist klar, dass ein solcher Angriff nur in Absprache mit den internationalen Mächten geschehen kann. Niemand darf sich hierüber Illusionen machen. Angesichts der Bedrohung möchten wir an diesem Tag noch einmal betonen: Wir betrachten die Verteidigung der Revolution und ihrer Errungenschaft als die internationalistische Pflicht aller, die sich selbst als SozialistInnen, DemokratInnen und RevolutionärInnen betrachten. Ein Angriff auf Rojava ist ein Angriff auf die Hoffnung auf ein freies Leben und damit ein Angriff auf uns alle. Gegen diese Aggression müssen wir den Widerstand organisieren und rufen die demokratische Öffentlichkeit dazu auf ihren Protest auf die Straßen zu tragen und die Revolution von Rojava zu verteidigen.
Die Völker Nordsyriens stehen heute selbstbewusst und entschlossen wie nie zuvor. In fünf Jahren Widerstandsgeschichte wurde bewiesen, weder das syrische und türkische Regime, die Verbrecherbanden des Islamischen Staates, noch die Einmischung von außen konnten das Fortschreiten der Revolution stoppen. Was sie auch versuchen mögen, sie werden nicht verhindern können, dass sich die Gedanken Abdullah Öcalans und die Idee des Demokratischen Konföderalismus in alle Himmelsrichtungen verbreiten. Die Ära der Demokratischen Moderne ist im Norden Syriens angebrochen und leuchtet heute als ein Vorzeichen der Befreiung der Menschheit in die Zukunft.
Wir begrüßen alle GenossInnen die mit der Waffe in der Hand die Revolution verteidigen und in allen vier Teilen Kurdistans Widerstand leisten und gedenken unseren heldenhaften Gefallenen.
Wir, als Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.,  gratulieren allen Frauen, allen Jugendlichen und den Unterdrückten dieser Welt zum 19. Juli!
Lang lebe die Demokratische Föderation Nordsyriens und die demokratische Revolution des Mittleren Ostens!
Es lebe die Geschwisterlichkeit der Völker und der Geist des revolutionären Internationalismus!
Nieder mit dem Imperialismus!

Read 2353 times Last modified on Mittwoch, 19 Juli 2017 21:46
YXK

Kalender

December 2017
M T W T F S S
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Top