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Dersim delegationLiebe Genossinnen und Genossen,

dieses Jahr senden wir als Verband zum ersten Mal eine Delegation nach Dersîm.
Die Frage nach dem Grund für diese Delegationsreise lässt sich wie folgt erläutern:

Dersîm gehört zu den historisch gesehen wichtigsten Städten Kurdistans. Die dort lebende Bevölkerung besteht aus alevitischen Kurden, die sowohl den Kurmanci als auch den Kurmancki Dialekt sprechen. Vor dem sogenannten „Säuberungseingriff“ der türkischen Regierung lebten auch Armenier in dieser Provinz.

Dersîm wird innerhalb der kurdischen Bevölkerung als „die Festung des Widerstandes“ bezeichnet. Diese Provinz war der türkischen Republik schon seit Anbeginn der Gründung ein Dorn im Auge. Ihre Vielfalt und der widerständige Geist der Bevölkerung, die stets gegen jegliche Formen der Unterdrückung Widerstand geleistet hat, hat den Plan aus der Türkei eine reinrassige Nation zu schaffen, erschwert. Mustafa Kemal Atatürk sah in Dersîm auf Grund seines Status und seines Ungehorsams eine Gefahr. Um die widerständige Bevölkerung Gehorsam zu machen, begann die türkische Regierung mit der „Säuberung“ dieser Provinz, durch ein Massaker, dessen Leid noch heute in den Liedern und den Geschichten um Dersîm zu hören sind. „Die Dersim-Frage ist eine der wichtigsten Fragen in unseren inneren Angelegenheiten. Es ist notwendig, die Regierung mit umfassender und uneingeschränkter Autorität auszustatten, damit diese die innere Wunde, dieses abstoßende Krebsgeschwür um jeden Preis beseitigen und auslöschen kann.” Um das „abstoßende Krebsgeschwür“ zu beseitigen, begann 1938 die türkische Republik mit dem Vernichtungsfeldzug gegen die dort lebende nicht-türkisch-muslimische Bevölkerung. Es wurden hunderte von Dörfern durch den Einsatz vom Militär zerstört und in Brand gesetzt. Die Bevölkerung wurde erbarmungslos in den Tod gefoltert. Es wurde keine Rücksicht auf Frau, Kind, alt oder jung genommen. In ihren Augen war diese Bevölkerung Ungeziefer, das getötet werden musste! Die Kinder wurden ihren Eltern entzogen und anschließend von den Mördern ihrer eigenen Familie groß gezogen – ohne das sie es wussten. Diese werden heute auch als die „verschollenen Kinder Dersîms“ bezeichnet. Die überlebenden Familien wurden zwangsdeportiert, sodass sie ihr Land, ihre verlorenen Familienmitglieder und ein Stück ihrer Geschichte verlassen mussten – so kam es, dass etliche Familien zum Opfer der Zwangsassimilation fielen.

Der Sinn und Zweck unserer Dersîm Delegation liegt darin uns mit den in Dersîm lebenden Müttern, Kindern und Vätern bekannt zu machen. Ein Stück ihrer Geschichte von ihnen zu hören und ihre Bräuche und Sitten aus erster Nähe kennenzulernen.
Ganz einfach Dersîm kennenlernen. Die Geschichte Dersîms aus nächster Nähe fühlen, durch seine Berge und Täler spazieren gehen, ein Schlückchen aus dem Munzur trinken und näheres über seine Mythologie erfahren, die Sage des Düzgün-Baba aus erster Hand hören und diesem natürlich auch einen Besuch abstatten.
Allerdings darf auch hierbei nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Reise nicht als Tourismusattraktion zu verstehen ist. Sie sollte eher als Chance verstanden werden, das Volk und das Land von kürzester Distanz aus kennenzulernen. Übernachten werden wir bei herzenslieben Familien und den Tag verbringen wir mit den Freundinnen und Freunden vor Ort.
Die Reise ist für den 25. – 31. Juli datiert. Die Kosten für die Reise (inklusive Flug, Übernachtung und Versorgung) betragen in etwa 500 €.
Die Anmeldung erfolgt per Mail an dersim_munzur2012@hotmail.de mit Name und Kontaktdaten.
Anmeldeschluss ist der 15.Juli. Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, lohnt es, sich früh anzumelden.
Es wird in Juli ein Vorbereitungstreffen statt.

Mit solidarischen Grüßen


Die Internetseite des Verbands der Studierenden aus Kurdistan – YXK
 www.yxk-online.com

email: info@yxk-online.com

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