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YXK5-quadratischKulturcafé an der Ruhr-‐Universitä Bochum | Universitässtraß 150, 44801 Bochum | 13:00 Uhr

Eine Initiative von Studierenden, die sich bundesweit zusammengefunden hat und sich nun für mehr Gerechtigkeit in der Bildung zum Ziel gesetzt hat, lädt ein. Die Initiatoren möchten gemeinsam mit allen TeilnehmerInnen der Tagung einen Verein, der im folgenden in Umrissen umzeichnet wird, gründen. Da es sich um ein sich neu formierende Initiative handelt, hat sie natürlich noch keinen Namen, aber viele TrägerInnen, zu denen auch Du gehören kannst. Du bist herzlich willkommen!

Bildung als Wert 

Bildung ist Geld wert, das wissen wir fast genau so gut wie die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, welche die PISA-Studien plant und durchführen lässt. Es ist klar, dass Bildung zum Wohlstand führen soll und ebenso, dass diese Faktoren sich gegenseitig bedingen. Aber eben letztere Bedingung ist für viele Kinder und Jugendliche ein Hindernis. Große Teile der bürgerlichen Gesellschaft möchten ihren Wohlstand nicht teilen, sie möchten nicht, dass beispielsweise Kinder aus den „unteren Schichten“ der Gesellschaft oder gar Kinder mit Migrationshintergrund die selben Schulen besuchen wie die eigenen Kinder. Sie werden oft als Hindernis gesehen und würden die Leistung der anderen Kinder negativ beeinflussen etc. Dieser Diskurs wird nicht öffentlich klar diskutiert. Zwar gab es vor über 10 Jahren ausführliche Darlegungen von z.B. Gomolla und Radtke (vgl. Institutionelle Diskriminierung, Opladen 2002), ein wirklicher Durchbruch blieb aber aus. Wenn wir weiterhin auf die Politik und auf die Wirkung der großen Massen warten, wird eine Veränderung noch lange ausbleiben müssen. Die Mehrheit der Menschen in diesem Land, die eben nicht zu der benachteiligten Minderheit aus Menschen in Armut gehören, hat schlicht kein Interesse an deren Erfolg. Im größeren Kontext kann dieses Problem in Zusammenhang mit einer grundsätzlichen Kapitalismuskritik ausführlich diskutiert werden, hier möchten wir auf unseren Lösungsvorschlag eingehen.

Ein alternativer Weg

Was könnte den oben dargestellten Problemen entgegengesetzt werden? Eine Möglichkeit fällt sofort ein: Die Benachteiligten könnten soweit begünstigt bzw. unterstützt werden bis sie zu einem Teil der bestehenden Gesellschaft werden, sie also integriert sind. Ist dieses Ziel in der bestehenden Gesellschaftsordnung möglich? Ja, aber nur zu einem sehr geringen Grad und mit Gefahren verbunden.

Das vorherrschende System nährt sich aus Ungleichheit, aus der Logik der Herrscher und Beherrschten. Die kapitalistische Ordnung ist sogar darauf angewiesen und muss zwangsläufig so funktionieren. Sie ist darauf angewiesen immer so weiterzumachen, Ungleichheiten zu schaffen, um weiter zu wachsen. Letztlich wird sie entweder direkt oder auf Umwegen auch jegliche Integration für ihre Zwecke instrumentalisieren. Wir möchten einen alternativen Weg bieten, der nicht darauf ausgerichtet ist, den Menschen bloß als Ressource zu betrachten, sondern auch seine Würde wahrt und seine Wünsche beachtet. Die durch Bildung erreichbaren sozialen und fachlichen Kompetenzen und Fähigkeiten werden von uns als ein Gut betrachtet, welches einerseits das Individuum in seiner Person stärkt, aber andererseits von großem Nutzen für die gesamte Gesellschaft ist und nicht bloß für die Eliten verwertet werden sollte. Bei der Inklusion von jungen Menschen wird nicht von Defiziten von Seiten der zu Bildendenden ausgegangen. In der Differenz zur Erziehung wird jeder Mensch ungeachtet seines Alters und seiner Herkunft mit dem, was er mit sich bringt, akzeptiert und dazu bewegt, sich selbst zu bilden und zu einem kritischen und mündigen Menschen zu werden. Seine Herkunft und Kultur wird nicht als Last, sondern als Bereicherung gesehen. Die Lehrenden begegnen den Lernenden auf Augenhöhe und lernen von diesen.

Unser Vorschlag

Wir möchten aus der Gesellschaft heraus, mit eigener Kraft und freieren Entscheidungen ein aar Schritte in Richtung eines Bildungsideals gehen, welches Du bei der Tagung, zu der wir hiermit einladen, mitgestalten kannst. Wenn Du uns auf diesem Weg begleiten und an Scheidewegen mitentscheiden möchtest, wenn es um Inklusion statt bloße Integration, um Gestaltung statt bloßes Mitmachen und Alternative statt Ausweglosigkeit geht, dann bist Du willkommen. Wir möchten mit dieser Tagung einen ersten Schritt in Richtung eines Vereins machen, welcher sozio-ökonomisch und kulturell benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Unterstützung werden soll. Mit Deinem Engagement gibst Du den Kindern und Jugendlichen Unterstützung und Hoffnung, selbst wirst Du dabei sehr viel Erfahrung sammeln und vielleicht Deine Sicht auf Bildung und gesellschaftliches Miteinander verändern. Auch wenn nicht alles an der Institution Schule schlecht ist, gibt es doch vieles zu bemängeln. Der kleine aber feine Unterschied zwischen Dir und den Lehrkräften an der Schule wird sein, dass Du in einem direkten und vor allem freien Austausch mit Kindern und Jugendlichen sein wirst. So gelesen richtet sich dieser Aufruf vordergründig an Lehramtstudierende, aber richtig betrachtet an alle, die lehrend lernen und lernend lehren möchten. Diese Art des Lehrens und Lernens nennen wir offene Akademien, welche wir als Verein verwirklichen möchten. Sei dabei und beteilige dich am 26. Januar 2014 in Bochum! Schreibe wenn möglich vorab eine Mail an: offene.akademie@gmail.com.

 

 

 

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