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10436174 594167944024880 6962708726207669628 nZwischen Mittwoch, dem 27.08.2014 und Freitag dem 29.08 werden wir als kurdische Jugend Mainz und YXK Mainz für drei Tage jeweils von 12.00 bis 19.00 Uhr einen Informationsstand aufschlagen. Diese findet in Mainz an der Adolf-Kolping-Straße, Nordausgang von Römerpassage, statt. Wir würden uns über eine zahlreiche Unterstützung anhand von Beteiligung und Weitersagen des Standes sehr freuen. Lasst uns gemeinsam handeln und unsere Solidarität mit Sengal (Sindschar) zeigen.

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Şengal – ein Widerstand der Menschlichkeit

Der Angriff des Islamischen Staats (IS) gegen die mehrheitlich êzîdische Stadt Şengal (Sinjar) in Südkurdistan/ Nordirak seit dem 2. August ist der vorläufige Höhepunkt des Krieges dieser Gruppe gegen die Menschlichkeit.

Der IS (Islamischer Staat) ist eine Terrororganisation, die sich mit seinen Angriffen und der folgenden Schreckensherrschaft gezielt gegen die Zivilbevölkerung richtet. Gefährdet sind alle, die nicht das salafistische Weltbild der Gruppe teilen, vor allem Andersgläubige“ (ÊzîdInnen, ChristInnen, AlevitInnen, SchiitInnen, aber auch SunnitInnen), Frauen und politische GegnerInnen. Das Massaker an der êzîdischen Gemeinschaft in Şengal mit ethnisch- religiöser Säuberung, massenhafter Vergewaltigung von Frauen, Verschleppung der Bevölkerung (vor allem jungen Frauen) und brutalen Hinrichtungen Hunderter hat das Ausmaß eines Genozids angenommen und muss als solcher verurteilt werden.

Der Widerstand Şengals gegen die Menschenverachtung des IS ist zu einem Widerstand der Menschlichkeit geworden: Zehntausende Menschen in der Region befinden sich auf der Flucht im Irak und in Syrien sind es mittlerweile mehrere Hunderttausend. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Die Flüchtlinge sind im Hochsommer ohne Wasser- und Lebensmittelversorgung dem sicheren Tod ausgeliefert, wenn die internationale Gemeinschaft nicht mit zivilen Hilfslieferungen reagiert.

Der IS bot die YPG, eine multiethnische und religiöse Volksverteidigungseinheit, in Syrien erfolgreich Einhalt. Auch in Şengal leistet sie Widerstand, nachdem sich die militärischen Einheiten der südkurdischen Autonomieregion, die Peshmerga, die unter Kontrolle der Demokratische Partei Kurdistans (PDK) steht, aus der Region zurückgezogen hatten. Gemeinsam mit den nordkurdischen Volksverteidigungskräften (HPG), die ebenso wie die YPG der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nahe stehen, konnten sichere Korridore geschaffen werden, über die ein Teil der Zivilbevölkerung aus der Region Şengal fliehen konnte. Gemeinsam mit der Bevölkerung, die sich organsiert und Einheiten aufbaut, um sich selbst zu verteidigen, konnte Şengal teilweise vom IS befreit werden. Dies geht wie in Rojava oder Maxmûr mit einer demokratischen Selbstverwaltung einher. Die Angriffe sind also zunächst abgewehrt, der IS allerdings noch nicht geschlagen.

Eine Unterstützung der Selbstverwaltung und -verteidigung sowie die Anerkennung der politischen AkteurInnen dieser Projekte als DialogpartnerInnen wäre die konsequenteste Maßnahme, um einen Frieden und demokratische Aufbrüche in der Region zu fördern. Für die EU bedeutet das, die PKK von der Listen terroristischer Organisationen zu streichen; für die BRD, das PKK-Verbot aufzuheben, anstatt darüber zu diskutieren, immer neue Waffen in die Region zu schicken. Denn die demokratischen Aufbrüche der Bevölkerung sabotieren Regionalmächte wie die Türkei, Saudi Arabien und Katar. Sie destabilisieren die Region, um ihren eigenen Einfluss zu wahren und erfahren bei dieser gefährlichen Politik uneingeschränkte Unterstützung durch NATO, EU und auch die BRD. Die Türkei etwa lässt den IS seit zwei Jahren ungehindert auf ihrem Staatsgebiet und über die Grenze nach Syrien hinein operieren. Das NATO-Mitglied Türkei macht sich dabei an den Verbrechen des IS mitschuldig.

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan / Kontakt: info@yxkonline.de ; www.yxkonline.de  / mainz@yxkonline.de 

 

 

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