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yxklogo white-background 2„Wenn wir die aktuelle Phase des Aufbaus der Demokratischen Autonomie und des freien Lebens gut analysieren und unsere eigene Perspektive klar definieren, können wir einen wichtigen Beitrag leisten.“

Ronahî (Frage): Das aktuelle Sommersemester neigt sich dem Ende, lasst uns darauf kurz zurückschauen. Könnt ihr die Arbeiten der YXK der letzten Monate darstellen und gleichzeitig schon mal einen Überblick über eure Vorstellungen für das kommende Wintersemester geben?

YXK-Vorstand (Antwort): In das Sommersemester sind wir mit großer Motivation gestartet. Selbstbewusstsein haben wir durch unsere erfolgreiche Delegation anlässlich des Newroz-Fests nach Nordkurdistan gesammelt. Knapp 60 TeilnehmerInnen sind mit uns nach Amed gereist, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Danach sind wir eine Woche lang in zwei Gruppen durch Dersim und Wan bzw. Cizîr und Colemêrg gereist und haben Einrichtungen der Demokratischen Autonomie besucht sowie die kurdische Gesellschaft und das Land besser kennengelernt.

Auf die Newroz-Delegation 2015 bereiten wir uns jetzt schon vor. Bald soll der Aufruf dazu veröffentlicht werden, dann können sich weitere TeilnehmerInnen anmelden.

Ende Mai fand in Mainz der Kongress „Perspektive Kurdistan“ statt. Daran haben vor allem kurdische und deutsche linke AktivistInnen teilgenommen und sich bei inhaltlichen Inputvorträgen über ihre gemeinsamen oder unterschiedlichen Vorstellungen ausgetauscht. Der Freiraum, der dort geschaffen wurde, ist eine wichtige Erfahrung für uns. Uns ist deutlich geworden, dass wir Räume und Zeit brauchen, um uns gegenseitig besser kennenzulernen und auszutauschen. In der politischen Praxis gehen diese Freiräume leider meistens verloren. Das Konzept „Perspektive Kurdistan“ werden wir mit dem Projekt der Jugendkonferenz kombinieren (Im November 2013 fand die internationalistische Jugendkonferenz „Die Lösung der Kurdischen Frage und die Demokratisierung der Türkei“ in Hannover statt. Anm. d. Ronahî-Redaktion). Daraus sollen im kommenden Winter regionale Veranstaltungen entstehen. Diese werden inhaltlich und organisatorisch dezentral sein, sodass wir schauen werden, welche Vorgehensweise sich bewähren und vielleicht wiederholt oder weiterentwickelt wird.

Das Frühjahr über haben wir mit solidarischen Gruppen – vor allem aus der deutschen Linken – an der „Kampagne Halim Dener“ gearbeitet. Wir haben nicht nur an Halim, der 1994 im Alter von 16 Jahren von einem deutschen Polizisten erschossen wurde, erinnert, sondern auch die Kämpfe, die seine Geschichte ausmachen, aufgezeigt: Kurdistan-Konflikt, Flucht und Asyl, PKK-Verbot und Polizeigewalt. Diese gesellschaftlichen Fragen sind heute genauso wie vor 20 Jahren hoch aktuell. Sie bieten uns die Möglichkeit unsere Politik mit der anderer demokratischer und linker Kräfte zu verbinden und nicht nur kurz- sondern auch langfristig Bündnisse aufzubauen. Die Demo Ende Juni in Hannover war dann ein riesiger Erfolg: 52 Organisationen hatten den Aufruf zur Demo unterstützt, 17 Informations- und Diskussionsveranstaltungen wurden im Vorfeld veranstaltet, 1.500 Menschen haben lautstark und entschlossen an der Demo teilgenommen.

Den Sommer über war unsere Politik vor allem durch die Entwicklungen in Rojava und Südkurdistan dominiert. Die massiven Angriffe des Islamischen Staats (IS) auf den westkurdischen Kanton Kobanê im Juli und auf die Regionen Şengal, Rabiaa und Maxmur in Südkurdistan haben uns über Wochen beschäftigt. Nachdem wir Schwierigkeiten hatten, auf die Eskalation gegen Kobanê Anfang Juli schnell zu reagieren, waren besser vorbereitet, als es zum Genozid in Şengal und den Kämpfen in Südkurdistan kam. Wir konnten schnell unsere Haltung mit Erklärungen, Flugblättern und Interviews darstellen und sind mit Infoständen, Kundgebungen, Demos, Artikeln und Interviews in die Öffentlichkeit getreten. Dadurch haben wir den Diskurs – etwa über Waffenlieferungen – mitbestimmt.

Die Angriffe gegen Südkurdistan haben zwar etwas nachgelassen, doch wird uns der IS als gesellschaftliches, überregionales Phänomen über die Organisation selbst hinweg noch länger beschäftigen. Diesbezüglich diskutieren wir gerade breiter angelegte Aktionen und Veranstaltungen, in die wir unsere BündnispartnerInnen einbeziehen wollen. Der wortwörtliche Terror des IS hat deutlich gemacht, wie wichtig humanistische und demokratische, antifaschistische Bündnisse im Nahen und Mittleren Osten (NMO) wie in Europa sind. Auch die offizielle Anerkennung der Massaker an den ÊzîdInnen als Genozid wird nur längerfristig erreicht werden.

Dass wir als ein Teil der kurdischen Freiheitsbewegung nach wie vor Reflexe gegen den Krieg zeigen können, haben wir im August bewiesen. Wir lernen aber gerade noch demokratischen, langfristigen und positiven Widerstand zu leisten. Auch im letzten Jahr haben wir uns schwer getan, die eigenen Strukturen zu stärken und soziale und kulturelle Projekte aufzubauen.

Das Nachhilfeprojekt, das wir aufbauen wollen, steckt immer noch in der Entwicklungsphase. Die Notwendigkeit, flächendeckend Kurdisch-Kurse anzubieten, ist mittlerweile Allen bewusst, doch reden wir uns immer noch damit heraus, dass uns die Kapazitäten dazu fehlen würden. Wir haben zögerlich damit begonnen, unseren eigenen Mitgliedern bei der Bewerbung um Stipendien zu helfen. Dies sind aber alles Projekte, die wir mit der nötigen Konsequenz umsetzen könnten. Wir wissen inzwischen, wie wir solche Arbeiten realisieren können. Mit wenigen entschlossenen AktivistInnen lassen sich Vorbild-Projekte aufbauen, die viele Jugendliche und Studierende anziehen würden. Dies würde unsere Basis – unsere Ortsgruppen und Kommissionen – stärken. Wir haben es im letzten halben Jahr nicht geschafft zu wachsen, neue FreundInnen zu gewinnen.

Natürlich sehen wir die Problematik nicht per se bei „der“ Jugend oder „den“ Studierenden, sondern vor allem auch in den Umständen, mit denen wir als Jugendliche und Studierende konfrontiert sind. Das Bachelor-Master-System bspw. hat unser Studium auf wenige Jahre verkürzt und den Inhalt extrem komprimiert, sodass wir kaum die Möglichkeit haben, zu studieren und uns währenddessen politisch, sozial oder kulturell zu engagieren. Daher haben wir uns vorgenommen zum kommenden Semester einen Diskurs innerhalb der YXK anzustoßen, wie wir uns als Studierendenorganisation hochschulpolitisch positionieren wollen. Welche Werte vertreten wir in der Hochschulpolitik, wer sind unsere BündnispartnerInnen an der Hochschule und wie stellen wir uns ein besseres Bildungssystem vor?

Neben diesen zukünftigen Diskussionen dürfen wir unseren Verband und unsere bisherigen Arbeiten nicht vernachlässigen. Intellektuelle Arbeiten, die von uns als Studierendenbewegung auch erwartet werden, bleiben oft zu lange liegen. Viele Institutionen sind auf unsere Übersetzungen angewiesen – da sind wir in der Pflicht. Auch die Herausgabe der Ronahî #40 hat sich zu lange hingezogen, was daran liegt, dass sich nur eine handvoll GenossInnen verantwortlich fühlen und die Arbeiten schwer koordiniert bekommen. Zum Internationalen Kurdisch Kulturfestival am 13. September in Düsseldorf wollen wir die 40. Ausgabe der Ronahî veröffentlichen. Dann heißt es wieder für den gesamten Verband, mit der Zeitschrift zu unseren FreundInnen zu gehen, sie zu verteilen, über die YXK und unsere Politik zu diskutieren und am Besten neue FreundInnen zu gewinnen. In diesen Punkten können wir noch viel stärker „einen gemeinsamen Geist entwickeln“ – die FreundInnen, die länger dabei sind, werden jetzt schmunzeln, aber sie wissen, was ich meine.

Wir betonen zwar immer unsere Bildungsarbeit, doch sind wir in der Vergangenheit oft allgemein geblieben und haben uns Bildung nur vorgenommen. Im Sommersemester gab es konkrete Bestrebungen etwa einen Lesekreis in NRW zu etablieren oder regelmäßige Bildungstage in Frankfurt abzuhalten. Diese Bemühungen haben ihre Wirkung und Richtigkeit gezeigt. Sie müssen ausgeweitet und intensiviert werden. Auf der anderen Seite wird oft die fehlende Bildung bemängelt, Gelegenheiten wie das Sommercamp aber nicht ausreichend wahrgenommen. Unser Sommercamp im August war inhaltlich und von der Atmosphäre her sehr gut, die TeilnehmerInnenanzahl war aber nicht überzeugend. Die Diskussionen, die wir dort in Ruhe und intensiv führen konnten, haben unsere Politik nachhaltig geprägt. Genau das sind die Freiräume, die wir uns nehmen müssen; aus dem Alltag ausbrechen, die Gedanken vom Takt der Verwertungsmaschine frei machen und das kommunale Leben selbst ausprobieren.

Die Entwicklungen in Rojava und Südkurdistan und der Krieg des IS haben uns deutlich gemacht, welche Kraft in den sozialen Medien steckt. Diese sollten wir mehr, aber vor allem auch bewusster nutzen. Facebook und Twitter sind Propaganda-Medien, nicht mehr und nicht weniger. In einen Tweet passen 140 Zeichen. Die reichen gerade mal um eine Aussage zu treffen. Um sie zu unterfüttern fehlt bereits der Platz. Facebook ist kein Medium mit dem wir kommunizieren oder ausreichend politisch arbeiten könnten; es ist intransparent, undemokratisch und die meisten UserInnen haben das Gefühl etwas bewegt zu haben, sobald sie etwas posten, liken, teilen oder kommentieren. In Wahrheit zerstört die Facebook-Mentalität unsere Fähigkeiten zu denken, zu reden und zu schreiben. Eine Argumentation ist gar nicht möglich: die Admins unterbinden sie autoritär, die TeilnehmerInnen bepöbeln gegenseitig oder es wird schamlos gelogen. In der Anonymität der sozialen Medien gehen jegliche politisch-moralischen Ansprüche verloren, die unsere Politik ausmachen sollten; so etwas würde in einem realen Gespräch nicht passieren.

Um ansprechbar für Menschen – vor allem für Jugendliche und Studierende – zu sein, ist Facebook allerdings nicht schlecht. Mittlerweile findet mensch fast jede Person oder Gruppe über Facebook. Auch die Verbreitung von Informationen, Bildern und Videos findet heute viel schneller statt. Das ist sowohl Fluch als auch Segen – wir müssen aber lernen, damit einen gesunden Umgang zu finden.

Ihr habt die aktuellen Entwicklungen in Rojava und Südkurdistan bereits angesprochen. Diese gehen einher mit einer enormen medialen Diskussion. KurdInnen und Kurdistan sind präsent wie lange nicht mehr. Wie nehmt ihr das wahr? Wie steht ihr zu den Inhalten der Diskussion?

Das enorme Interesse an der Situation in Südkurdistan ist natürlich wichtig und richtig. Wir dürfen nicht vergessen, dass es aufgrund von mehreren tausend Toten und zehntausenden Vertriebenen entstanden ist. Die Weltöffentlichkeit muss nach Kurdistan schauen, wenn dort ein Genozid betrieben wird. Wir müssen uns aber auch fragen, warum die Medien und vor allem die Politik so aufschreien – der Genozid an den TamilInnen 2009 wurde nicht derart thematisiert, wobei wir nicht vergessen dürfen, dass auch im Kurdistan-Konflikt von der „tamilischen Lösung“ die Rede ist. Auch die Angriffe des IS gegen Rojava und die dortige besorgniserregende Lage hat seit drei Jahren quasi keine Beachtung in der bundesdeutschen Politik gefunden. Wer versucht nun im Schatten des Krieges und menschlichen Leides wessen Interessen durchzusetzen?

In vielen Punkten bleibt die mediale Diskussion gefährlich verkürzt – in ihrer Darstellung wie in ihren Inhalten. Die Rede ist stets von „den“ KurdInnen, den geholfen werden müsse. Welche KurdInnen sind das? Gemeint ist zumeist die Regierung der Autonomieregion in Südkurdistan bzw. die Demokratische Partei Kurdistans (KDP). Über sie laufen – bzw. stocken – die Hilfslieferungen, sie werden als internationale AnsprechpartnerInnen betrachtet. Was ist mit den anderen kurdischen Kräften? Wenn wir solche Fragen stellen heißt das nicht, dass wir nicht für die Einheit aller kurdischen Kräfte eintreten würden, ganz im Gegenteil. Die KCK ist von allen kurdischen Bewegungen in den letzten zwei Jahren am konsequentesten für die Nationale Konferenz eingetreten. Auch wir als YXK haben diese Politik immer unterstützt, wir hatten sogar letztes Jahr zur Teilnahme von Jugendlichen aus Europa aufgerufen, da wir eingeladen worden waren. Wenn also mit „den“ KurdInnen geredet werden soll, dann gehören auch alle Kräfte an den Tisch, Goran, YNK, KDP und KCK/ PKK/ PYD. Stattdessen wird stur am PKK-Verbot festgehalten, anstatt auch in der BRD den Dialog zu suchen.

Die inhaltliche Verkürzung des Diskurses wird an den Waffenlieferungen in die Region deutlich. Eine Vielzahl europäischer Mächte haben angekündigt, „die“ KurdInnen im Kampf gegen IS zu unterstützen – mit Waffen. Warum wird aber der Druck auf die Geldgeber des IS, Saudi Arabien und Katar nicht erhöht? Warum wird die Türkei, die den IS immer noch von ihrem Gebiet aus operieren lässt und die fundamental-islamistischen Gruppen im syrischen Konflikt hochgerüstet hat, nicht zur Verantwortung gezogen? Wenn die Türkei doch eine NATO-Partnerin des Westens ist, sollte sie den Konflikt in Syrien und Irak nicht weiter eskalieren. Wie ist es mit humanitärer Hilfe und der Anerkennung der Demokratischen Autonomie in Rojava, die sich seit anderthalb Jahren erfolgreich gegen IS und ähnliche Gruppen verteidigt? Warum bewegt sich die Bundesregierung in diesen Punkten nicht? Wenn Rojava anerkannt und das Embargo aufgehoben wird, die nötigen Hilfslieferungen an die Zivilbevölkerung gehen, alle kurdischen Kräfte anerkannt und in den Dialog eingebunden werden, kann bestimmt auch mit den Kräften vor Ort über Waffen zur legitimen Selbstverteidigung gesprochen werden.

Natürlich vertritt die YXK das Recht auf legitime Selbstverteidigungsrecht der KurdInnen – in Başûr genauso wie im Rojava, Rojhilat oder Bakûr. Wir begrüßen daher auch das gemeinsame Vorgehen von Peshmerga, YPG und HPG mit den lokalen Widerstands- oder Selbstverteidigungseinheiten in Maxmûr und Şengal. Diese militärische Zusammenarbeit muss aber zu einem politischen Dialog führen. Eine Unterstützung der AKP oder die de facto tödliche Aufrechterhaltung des Embargos gegen Rojava widerspricht einer nationalen Annäherung. Wir können und wollen nicht für die bewaffneten Kräfte sprechen, von wem sie welche Waffen für die Selbstverteidigung annehmen. Wer uns eine solche Entscheidung aufnötigt, tut dies mit bösen Hintergedanken und ist nicht aufrichtig. Als YXK können wir nur sagen, dass wir KurdInnen generell sehr kritisch sein sollten, wenn uns der Westen oder Regionalmächte wie Türkei, Iran, Irak etc. Waffen anbieten. Diese Mächte sind es, die Jahrzehnte lang Verbrechen gegen die kurdische Gesellschaft begangen haben, vor allem auch mit deutschen Waffen. Es gibt das geflügelte Wort, die KurdInnen hätten keine FreundInnen außer den Bergen. Gerade auf zivilgesellschaftlicher Eben finden wir aber immer mehr FreundInnen, die uns KurdInnen bei einer politischen Lösung der Kurdischen Fragen helfen. Diese Bündnisse gilt es zu stärken, um einen Beitrag zur Lösung einer gesellschaftlich-politischen Frage zu leisten – darin sehen wir auch unsere Aufgabe.

Was dem medialen Diskurs entnommen werden kann und was für uns viel wichtiger ist: Kurdistan ist heute eine Realität. Der Widerstand der kurdischen Gesellschaft hat dazu geführt, dass heute niemand mehr die kurdische Identität ernsthaft leugnen kann. Die Generation der heutigen Jugendlichen und Studierenden steht in der Schuld derjenigen, die ihr Leben dem Kampf für ein freies Kurdistan und eine befreite Gesellschaft gewidmet und geopfert haben – die Gefallenen aller Bewegungen. Ihnen können wir gerecht werden, indem wir auf ihren Errungenschaften aufbauen, das freie Kurdistan aufbauen. Wenn wir die aktuelle Phase des Aufbaus der Demokratischen Autonomie und des freien Lebens gut analysieren und unsere eigene Perspektive klar definieren, können wir einen wichtigen Beitrag leisten.

Wie wollt ihr das in eure Arbeiten umsetzen? Welche Projekte stehen im nächsten Semester an?

Zunächst wird zwischen dem 3. und 5. Oktober unser 20. Kongress an der Universität in Bochum stattfinden. Diesen werden wir nutzen, um uns politisch und organisatorisch zu erneuern und auf die kommenden zwei Semester vorzubereiten. Die Vor- und Nachbereitung des Kongresses ist mit Basisarbeit in den Ortsgruppen verbunden: sie werden den September über Ortsgruppen- und/ oder Regionaltreffen abhalten, um ihre Vorschläge für die Beschlüsse und Planungen vorzubereiten. Diese finden dann im Kongress Beachtung, sodass gemeinsame Entscheidungen der gesamten YXK getroffen werden können. In den Ortsgruppen werden kurz nach dem Kongress die wichtigen Arbeiten zum Semesterstart geleistet; viele kurdische und nicht-kurdische Erstsemester strömen an die Uni, für die wir ansprechbar sein werden.

Den sozialen Anliegen der Jugendlichen und Studierenden sollten wir uns mehr annehmen, das hat bereits unser letzter Kongress beschlossen. Nun müssen wir die Vorarbeiten endlich umsetzen.

Ein Großteil unserer politischen Arbeit wird sich weiterhin Rojava widmen. In zwei Wochen wird eine von uns organisierte internationalistische Jugenddelegation in den Kanton Cizîr reisen, um den Aufbau der Demokratischen Autonomie zu beobachten und im Anschluss hier in der BRD bekannt zu machen. Das Interesse an Rojava ist riesig, wir sind jetzt gefragt, darauf Antworten zu geben.

Im Sommersemester haben wir den Film „The Silent Revolution“, den zwei Katalanen 2013 in Rojava gedreht haben, auf Deutsch untertitelt. Mit dem Film werden wir im Wintersemester arbeiten.

Unsere Arbeit im letzten Jahr hat wiedereinmal gezeigt, wie wichtig es ist, das PKK-Verbot aufzuheben. Erst diese Woche wurden in Mainz YXK-Fahnen von der Polizei beschlagnahmt, obwohl wir als YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. ein eingetragener und staatlich anerkannter Verein sind. Das PKK-Verbot kriminalisiert jegliches Engagement in der kurdischen Sache, es ist schlichtweg ein großes Hindernis für die gesamte kurdische Community – auch für uns. Diesbezüglich wollen wir zukünftig kreativere Wege gehen, neue Aktionsformen ausprobieren.

Wie schon gesagt, bereiten wir uns jetzt schon auf die Newroz-Delegation 2015 vor. Wir wollen mit ihr wieder vielen Jugendlichen und Studierenden die Möglichkeit bieten die Demokratische Autonomie Nordkurdistans und das Land kennenzulernen. Wir möchten schon mal alle Interessierten einladen, mit uns zu reisen. Meldet euch einfach bei uns unter der Email-Adresse newroz@yxkonline.de.

Das sind so die größeren Projekte; um sie herum werden wieder viele kleine Arbeiten anstehen. Wir möchten auch nochmal alle Jugendliche und Studierende, die Interesse an unseren Arbeiten haben, aufrufen, mit uns Kontakt aufzunehmen und sich in die Arbeiten einzubringen. Für den Start in das kommende Semester wünschen wir schon mal allen ganz viel Erfolg, serkeftin!

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