Berxwedana Zîndana Amedê – 14 Tîrmehê

Berxwedana Zîndana Amedê – 14 Tîrmehê/der Der Gefängniswiderstand von Amed – 14. Juli

Anlässlich des 37. Jahrestages des Beginns des “großen Todesfastens“ gedenken wir den vier unvergessenen Genossen Kemal Pir, Ali Çiçek, Akif Yilmaz und Mehmet Hayri Durmus, den Vorreitern und Gründungsmitgliedern der kurdischen Freiheitsbewegung, die am 14. Juli 1982 im Gefängnis von Diyarbakir ins Todesfasten traten, um gegen die unmenschlichen Haftbedingungen und die Unterdrückungspolitik in der Türkei zu protestieren.

Im Zuge des Militärputsches in der Türkei sind Anfang der 1980er Jahre hochrangige Kader der kurdischen Freiheitsbewegung, Revolutionäre anderer fortschrittlichen Bewegungen in der Türkei und weitere Oppositionelle verhaftet worden. Das Gefängnis von Diyarbakir, auch „Die Hölle von Diyarbakir“ genannt, wurde der militärischen Verwaltung übergeben und zu einem Militärgefängnis im Kriegsrecht umgewandelt.
Am 14. Juli 1982 kündigte Mehmet Hayri Durmuş in seiner Gerichtsverhandlung an, dass er und weitere Genossen in ein Todesfasten treten.

Damit wurde die erste große Aktion gegen die systematische Gefängnisfolter gestartet, die das dortige System in ihren ideologischen Grundfesten erschütterte.
Esat Oktay Yıldıran, Offizier des Gefängnisses von Diyarbakir, ordnete als Reaktion darauf verstärkte Folter von widerständigen Insass*innen an. Ziel war es, die Todesfastenden und Hungerstreikenden zur Kapitulation und zur Beendigung ihrer Protestaktion zu zwingen.
Durch brutale und faschistisch motivierte Foltermethoden wurden die Insass*innen systematisch gefoltert und erniedrigt.
Zu den Methoden gehörten beispielsweise Prügel, Elektroschocks, sexuelle und psychische Folter,  Verbrennungen,Pfahlhängen, Baden in Fäkalien, Schlaf-, Nahrungs- und Wasserentzug, Übungen unter extremen Temperaturen, Verbrennen mit Zigaretten und Herausreißen von Haaren, Nägeln und Zähnen. Dabei folterten die Wärter die Insass*innen teils zu Tode.

Als Antwort auf die systematische Gewalt wurde der organisierte Protest in Form des Todesfastens ausgerufen. Zahlreiche Protestierende ließen im Verlauf der Aktion ihr Leben.

Bereits seit seiner Gründung strebt der türkische Staat nach einer ethnisch und religiös gleichgeschalteten Nation und setzt dafür alle möglichen Kriegsmittel gegen Kurd*innen ein. Täglich finden in der Türkei noch immer Verbrechen von bestialischer Dimension statt: Systematische Massaker, Minderheitenverfolgung, Folter, sexuelle Gewalt als Kriegsmittel, Zerstörungen von gesamten Regionen, Zwangsumsiedlung, Unterdrückung, Verhaftungswellen und gezielte Attentate zeichnen den Kriegsalltag in der Türkei. Diese kriegerische und bestialische Agressionspolitik steht unter ewiger Verantwortung der AKP, MHP und CHP.

Seit Generationen steht dem Vernichtungsversuch des türkischen Regimes jedoch der kurdische Befreiungskampf gegenüber. In Kurdistan wird ein vielschichtiger und einzigartiger Kampf um Freiheit geführt.
Es gilt besonders heute, den Geist des 14. Juli würdevoll am Leben zu erhalten, unseren Genoss*innen zu gedenken und an dem gegenwärtigen Widerstand teilzuhaben. Nur ein organisierter Widerstand kann zum lang ersehnten Sieg über den Faschismus, Kapitalismus, Kolonialismus und die Zerstörung von Mensch und Natur führen.
Von jedem Ort dieser Welt lassen wir unsere Herzen mit dem Takt der Revolution vereinen und schicken besondere Grüße an all unsere Widerstand leistenden Genossinnen und Genossen hinter türkischen Gefängnisgittern!

Widerstand heißt Leben – Berxwedan Jiyan E!