32 Jahre Halepçe-Massaker

32 Jahre Halepçe-Massaker

Das Massaker von Halepçe ist unvergessen – der Schrei nach Freiheit und Gerechtigkeit ist lauter als je zuvor!

Heute jährt sich der Giftgasangriff auf die kurdische Stadt #Halepçe zum 32. Mal.

Am 16. März 1988 wurde eines der größten Massaker der Menschheitsgeschichte begangen. Das Regime Saddam Husseins vollzog in Halepçe ein Massaker durch den Einsatz von #Chemiewaffen und zielte auf einen Genozid der kurdischen Bevölkerung ab.
Über 5000 Menschen starben qualvoll durch den #Giftgasangriff, fast ausschließlich Zivilist*innen, darunter viele Kinder. Zehntausende Menschen starben noch Jahre später an den Folgen des Giftgases.

Es war der massivste Einsatz von Giftgas seit dem Ersten Weltkrieg. Überlebende erzählen heute von den Momenten der Giftgasverbreitung:

„Erst roch es schlecht, nach Müll. Danach war es auf einmal ein ziemlich angenehmer Geruch. Der von süßen Äpfeln. Noch einmal wechselte der Geruch. Nun stank es nach Eiern. Tiere lagen leblos auf der Straße. Draußen war alles staubig und mit etwas bedeckt, das nach schwarzer Asche aussah. Die Vögel auf den Bäumen schlugen mit den Flügeln. Sie starben alle. Alle hatten rote Augen – tiefrote Augen. Etwas stimme mit der Luft nicht, es brach Panik aus. Die nächsten Sekunden glich die Stadt einem Schlachtfeld. Der Boden war bedeckt mit unzähligen Leichen. Kinder, die vor Stunden noch draußen spielten, lagen reglos auf dem Boden.“

Gestern und heute:
Deutschland in ewiger Mitschuld bei der Ermordung von Kurd*innen:
Wie an so vielen globalen Kriegsverbrechen, war die Bundesregierung auch maßgeblich an diesem Massaker beteiligt.
Im Falle Halepçes war es die Firma Karl Kolb GmbH aus dem hessischen Dreieich.
Sie lieferte die nötigen Stoffe zur Herstellung der Giftwaffen an die Saddam-Diktatur. Der im Nachhinein beschuldigte Unternehmer Dieter Backfisch, damaliger Geschäftsführer, sagte zu den Vorwürfen nur „Ich kann noch ruhig schlafen“.
Es kam zu keinerlei Verurteilung, da laut den Gerichten nicht einwandfrei festgestellt werden konnte, für was die gelieferten Stoffe alles verwendet wurden. Aber 70% aller Giftgasanlagen im Irak kamen von deutschen Firmen.

#Rojava darf kein neues Halepçe werden !
Die Politik des 20. Jahrhunderts geht auch heute weiter.
Hand in Hand mit islamistischen und faschistischen Banden ermordete die #BRD Anfang 2018 erneut hunderte Zivilist*innen in Rojava. Auch erhielt die Türkei bei ihrem militärischen Einmarsch gemeinsam mit Dschihadisten am 9. Oktober 2019 erneut finanzielle und politische Unterstützung der BRD und feuerte mit Phosphorbomben und weiteren schweren Kriegswaffen auf die Zivilbevölkerung Rojavas.
Weiterhin stehen vereinzelte Regionen unter türkischer Besatzung – und das mit deutscher Beihilfe!

Die Kurd*innen sollen erneut den zwischenstaatlichen Beziehungen geopfert werden und das Schweigen zu den Angriffen auf Rojava erinnern an die Zeit von Halepçe. Obwohl die türkisch-faschistische Regierung jede Form einer Unterdrückungs- und Völkermordpolitik praktiziert, Tausende Zivilist*innen in Rojava ermordete, wird kein Ende dieser Politik gefordert.

Heute haben wir das Schicksal von Millionen Menschen in der Hand, indem wir jeder Art des Faschismus und der Tyrannei mit Widerstand begegnen!
Schaut nicht erneut bei einem Massaker zu – schweigt nicht – stimmt nicht zu!

In Gedenken an die Opfer des Halepçe-Massakers.

Halepçe, 16.03.1988