Geschichte Kurdistans

Neuorganisierung des Kräftegleichgewichts und die Eisenzeit

Ab 1200 v.u.Z.
Das schon im 14. Jh. gegründete Mittelassyrische Reich erstarkte und übernahm die Macht in Babylon. Danach führten sie Feldzüge vor allem in die nördlichen und östlichen Gebirge. Um diese Zeit wurden erstmals Deportationen der Bevölkerung aus den unterworfenen Gebieten erwähnt – eine Praxis, die im späteren neuassyrischen Großreich riesige Ausmaße annahm. Doch Unruhen führten zum Verlust Babylons nach wenigen Jahren.
Um 1100 wurden erstmals von Assyrern Waffen aus Eisen angefertigt. Eisen ist härter als Bronze und es konnten neue Formen von Waffen und Werkzeuge hergestellt werden. Der neue König Tiglatpileser I. konnte im 12. Jh. und Anfang des 11. Jh. den Machtbereich enorm erweitern. Im Süden waren die Babylonischen Kassiten-Herrscher sehr schwach, so dass die erneute Einnahme der altehrwürdigen Stadt möglich wurde. Im Norden war das Reich der Hethiter untergegangen; dadurch konnte Tiglat-pileser in neue Gebiete vordringen und das assyrische Reich bis zum Taurus und der Küste des Mittelmeeres erweitern. Seine Nachfahren konnten dieses große Reich nicht zusammenhalten. Die Assyrer wurden auf ihr Kerngebiet im nördlichen Mittel-Mesopotamien zurückgedrängt.

Ab 13. Jh. v.u.Z.
Nach der Auflösung des Mitanni Staates bildete sich in den Nördlichen Gebieten des Zagros- und in den östlichen Gebieten Osttaurus-Gebirge (Bitlis, Botan, Hakkari, Van, Urmiye) die Konföderation (Koalition von Kleinkönigreichen) der Nairi. Darin sind zumindest Hurriter und weniger die Kassiten (sie zogen sich nach 1200 zumeist in die Zagros-Berge zurück) organisiert. Die Bezeichnung Nairi wurde ihnen von den Assyrern, die sie immer wieder angriffen, gegeben. Nairi bedeutete auf Assyrisch Flüsse. Damit war dann das von den Nairi bewohnte Land das Land der Flüsse gemeint. Erwähnt wurden die Nairi-Länder von den Assyrern zum ersten Mal in assyrischen Quellen im 13. Jahrhundert v. Chr. Anfangs kämpften die Assyrer noch gegen mehrere lokale Nairifürsten. Tiglat-pileser I. (um 1114 v. Chr.) rühmte sich dreier Feldzüge gegen Nairi und berichtete, 23 Könige der Nairi unterworfen zu haben. Erst später schlossen sich die Nairi zu einer Konföderation zusammen. Des Weiteren nennen assyrische Quellen Urartu als eines der Nairifürstentümer. Die Nairi waren somit die direkten Vorfahren der Urartäern. Somit kann die Achse Hurriter-Nairi-Urartäer angenommen werden.
Wie die Stämme und Völker der Kassiter im Mittleren Zagros-Gebirge nach dem Zerfall des kassitischen Staates um 1200 v.u.Z. zwei bis drei Jahrhunderte lang (bis zum Staatsgebilde der Mannäer) sich politisch organisierten, ist weitgehend unbekannt.

Ab 12. Jh. v.u.Z.
Die vermutlich aus westlichen Gebieten stammenden und zumeist als Nomaden lebenden Aramäer breiteten sich mit der Schwächung des Mittelassyrischen und Hethitischen Reiches ab dem 11. Jh. in vielen Teilen Mesopotamien aus. Sie gründeten z.B. in Nordsyrien einige Kleinkönigreiche. Dann weiten sie sich bis nach Libanon und ins heutige Mittelmesopotamien aus. Erst durch die Wiedererstarkung der Assyrer um 900 v.u.Z. werden ihre Staaten zerschlagen.

Um 1000 v.u.Z.
Im heutigen Palästina/Israel wurde (nach biblischer Überlieferung) mit Jerusalem als Hauptstadt das Königreich Israel gegründet. Dieser teilt sich dann in zwei (im Norden Israel und im Süden Judäa). Diese beiden Staaten wurden durch die Assyrer (722) und die Babylonier (587) erobert und verwüstet. Durch diese Eroberungen wurden die Juden zu Sklaven, die später 550 v.u.Z. mit der Zerschlagung des Neubabylonischen Reiches durch die Perser befreit wurden.
Um 910 v.u.Z.
Das Neuassyrische Reich wurde gegründet. In der Mitte des 9. Jh. v.u.Z. dehnte Assyrien seinen Machtbereich weiter bis zum Mittelmeer, nach Südmesopotamien und in die hohen Gebirge aus. Am Mittelmeer befanden sich wichtige Handelszentren. Doch bald leisteten die Königreiche am Mittelmeer und die Urartäer im Norden so sehr Widerstand, dass die Eroberungen stoppten, teilweise zurückgenommen wurden und eine innere Krise von etwa 80 Jahren andauerte. Vor allem das Königreich Urartu machte den Königen enorm zu schaffen; in seiner bergigen Landschaft war es kaum zu erobern und stellte eine enorme Bedrohung für das assyrische Kernreich dar.

Ab 900 v.u.Z.
Aus der losen Konföderation der Nairi hebten sich die Urartäer hervor und gründeten um den Wan-See (Van-See) im heutigen Ararat Hochland (östliche Gebiete des heutigen Nordkurdistans) und nördliche Gebiete des heutigen Ostkurdistans nach 900 den Staat Urartu. Ein Grund dieser Staatsgründung ist auch die ständige Bedrohung durch die Assyrer. Die Bezeichnung „Urartäisch“ leitet sich von der assyrischen Bezeichnung des Gebietes als „Urartu“ ab. Die Urartäer selbst bezeichneten ihr Gebiet als Biai-nili, die Eigenbezeichnung der Sprache ist nicht bekannt. Aufgrund der oben genannten Verbindung zu den Nairi sprechen die Urartäern eine dem Hurritischen verwandte Sprache.
Urartu umfasste in seiner größten Ausdehnung auch Gebiete Transkaukasiens, hatte seine Ostgrenze am Urmia-See und seine westlicher Einflussbereich ging bis zu den heutigen Städten Erzingan (türkisch: Erzingan) und Meleti (türkisch: Malatya). Die Hauptstadt Tuschpa (heute Van bzw. Wan) lag am Wan-See. Benachbarte Staaten waren unter anderem Kolcha (im Nordwesten), Kimmerier und Skythen (im Norden) und das Königreich der Mannäer im Südosten, vor allem aber Assyrien im Süden.
Die seit Jahrhunderten währenden Angriffe intensivierten sich mit der Gründung des Neuassyrischen Reiches, was mit der Erstarkung der Urartäern zusammenfällt, in der ersten Hälfte des 9. Jh. v.u.Z. Nach anfänglichen Verlusten konnten die Assyrer bald erfolgreich zurückgeschlagen werden. Durch die Auseinandersetzungen und die Nähe zu den Assyrern übernahmen die Urartäer die Schrift, militärische und diplomatische Praktiken, Kunstmotive und -stile.
Zu den Urartäern lassen sich relativ viele historische Quellen sowohl von ihnen selbst als auch von den Assyrern und Babyloniern finden. Neben den Kurden vertreten viele Armenier die These, dass ihre Kultur auch von den Urartäer abstammt, da sich viele spätere Siedlungsgebiete der Armenier mit dem Land Urartu decken.

Die Könige von Urartu mit ihrer Regierungszeiten hießen:
862 – 840 v. Chr. Arama (Regionaler Herrscher in der Provinz Arzaškun von Nairi);
Aufstieg zur Großmacht: 840 – 825 v. Chr. Sarduri I. (In den Anfängen noch regionaler Herrscher neben Kakia im Gebiet von Nairi); 825 – 810 v. Chr. Išpuini; 810 – 785 v. Chr. Minua (820 – 810 v. Chr. Mitregent von Išpuini); 785 – 753 v. Chr. Argišti I.; 753 – 735 v. Chr. Sarduri II.; 735 – 714 v. Chr. Rusa I.;
Zerfallszeit: 714 – 680 v. Chr. Argišti II.; 680 – 639 v. Chr. Rusa II.; 639 – 635 v. Chr. Rusa III.; 635 – 629 v. Chr. Eriména; 629 – 615 v. Chr. Sarduri III.; 615 – 598 v. Chr. Sarduri IV.; 598 – 590 v. Chr. Rusa IV.
Der Hauptgott der Urartäer war Haldi, Kriegs- und Reichsgott, der auf einem Löwen stehend abgebildet wurde. Seine Begleiterin war Arubaine oder Bagmaštu und seine Stadt Ardini. Diese Gottheiten erscheinen nicht nur in Götterlisten, sondern auch in Verträgen. Aus den Listen ist mit Bestimmtheit nur der Mondgott Šelarde identifizierbar. Möglicherweise kann ihm die vierte urartäische Kultstadt Erdia zugeordnet werden.

Ab 900 v.u.Z.
Etwa zeitgleich mit den Urartäern wurde unter dem Namen Manni (auch Manna oder Mannai) südlich des Urmia-Sees im Zagros-Gebirge der Föderation der Mannäer gegründet, die sich aus den Bergvölkern (Kassiten und andere) des nördlichen und mittleren Zagros zusammensetzte. Diese Föderation grenzte im Norden an Urartu. Da keine Archive von den Mannäer selbst gefunden wurden, stammen die Informationen über sie hauptsächlich von den Assyrern, Urartäern und Babyloniern ab.
Nach der ersten assyrischen Inschriften über die Mannäer aus dem 9. Jh. v.u.Z. drang unter Salmanassar III. (858-824) zum ersten Mal ein assyrisches Heer nach Manni ein und zerstörte die Hauptstadt Zirta. Im folgenden Jahr erhoben die Assyrer auf dem Zug nach Parsuas (Persien) und Namri in Manni Tribut. Die Angriffe gingen über das ganze 9. Jh. weiter, wobei sie sich schnell abschwächten. Vermutlich planten die Assyrer, am Rande des iranischen Hochlandes eine Reihe von Pufferstaaten anzulegen, eine bleibende Eroberung war wohl nicht beabsichtigt.
Auch von Norden her war Manni bedroht. Išpuini von Urartu (824-806) hinterließ eine Inschrift, die berichtet, wie er mit 106 Streitwagen, 10.000 Reitern und 22.000 Infantristen gegen die Stadt Mešta im Reich der Mannäer zu Felde zog. Eine urartäische Inschrift berichtet vom Sieg des Königs Menua (ca. 805-ca. 785 v. Chr.), dem Sohn des Išpuini, über die Mannäer und nennt einen Palast, den Menua in Mešta errichten ließ. Ungefähr zu dieser Zeit wurde vermutlich die Zitadelle der wichtigen mannäischen Stadt Hasanlu IV. zerstört. Nach wenigen Jahrzehnten zogen sich die Urartäer zurück. Doch 719 griffen sie wieder an. Nach einigen Jahren Herrschaft kamen die wieder erstarkten Assyrer den Mannäern, die inzwischen ihre Verbündeten waren, zu Hilfe und vertrieben die Urartäer. Dies nahmen die Assyrer zum Anlass, im Zagros-Gebirge weiter in Richtung Medien und Persien vorzudringen. Aber vor allem konnten sie den Einfluss der Urartäer erfolgreich zurückdrängen. Die Mannäer gingen nach der Zerschlagung des Assyrischen Reiches weitgehend im Medischen Reich auf.

9. Jh. v.u.Z.
Im mittleren und teilweise nördlichen Zagros-Gebirge (südlich von Manni) schlossen sich Schritt für Schritt mehrere Stämme zu einer Konföderation zusammen. Dies wurde u.a. durch die Angriffe der Assyrer erwirkt und war in erster Linie dazu gedacht, sich organisierter zu verteidigen. Ein Königreich oder Zentralstaat war es keinesfalls. Dazu war die Geographie wenig geeignet, es fehlten die Strukturen und die Prägung der Menschen erlaubte es auch kaum. Die Bewohner wurden unter dem Oberbegriff Meder (Mad-ai, Mâd-y, Mand-a) zusammengefasst. Das Land wurde Medien (persisch Mâd, altpersisch Mâd, babylonisch Umman-Mand, kurdisch Medi / Medya) genannt, grenzte im Norden an Manni bzw. Urartu, im Westen an das assyrische Reich, im Osten erstreckte es sich bis zum mittleren Elburs-Gebirge (heutiges Teheran). Südlich von ihnen lebten die Perser. Es umfasste u.a. die Siedlungsgebiete der früheren Gutäer, Lullubäer und Kassiten.
Die Hauptstadt Ekbatana lag an den Osthängen des Zagros-Gebirges; heute ist es unter der Stadt Hamadan begraben, weshalb Ausgrabungen kaum durchgeführt und sehr wenige mehr Erkenntnisse über die Meder gewonnen werden können. Erste historische Belege bezüglich der Meder stammen von den Assyrern aus dem Jahr 835 v.u.Z.
Die Meder führten u.a. das Pferd, das später in Medien eine besondere Bedeutung bekommen sollte, ein. Die medischen Pferde waren auch bei den assyrischen Angreifern sehr begehrt.

Die bekannten medischen Könige sind:
Kyaksares I. (Kyakser) 715 – 675 v.u.Z.
Phraortes (Keyfiribzer) 675 – 653
Evtl. Skythische Könige von 653 bis 625 (nach Heredot)
Kyaksares II. 625 – 585 (manche Quellen bennen ihn schon ab 653 v.u.Z. als König)
Astyages (Keyazdiyak) 585 – 550

810-740 v.u.Z.
Urartu wird Ende des 9. Jh.s immer merh ein gefährlicher Rivale Assyriens, musste sich aber mehrfach gegen kimmerische und skythische Überfälle aus dem Norden zur Wehr setzen. Urartu brachte ab 810 die Assyrer in große Bedrängnis und wurde zu einem ebenbürtigen Staat im Mittleren Osten. Es erlebte bis etwa 740 v.u.Z. mit seiner Hauptstadt Tuschpa einen Hochglanz der Herrschaft.

745 v.u.Z.
Als Tiglatpileser III. den Thron bestieg, war das Land durch Seuchen, innere Unruhen und den Machtanstieg des Königreichs Urartu geschwächt. Sein Hauptinteresse galt dem Zugang zum Mittelmeer und den dortigen Handelszentren. In mehreren Schlachten gelang es ihm, die Fürstentümer des heutigen Syrien und Libanon zu erobern und im Jahr 733 v. Chr. bis Damaskus vorzudringen. Auch hat Tiglatpileser Babylon vollständig erobert. Bereits 100 Jahre zuvor hatten die früheren assyrischen Könige das assyrische Gebiet ähnlich ausgeweitet, jedoch nicht verstanden, es längerfristig zu behaupten. Dies wollte Tiglatpileser nicht wiederholen, und er teilte die eroberten Gebiete ebenso wie das Kernland in kleinere Distrikte auf, die er ihm genehmen Statthaltern übertrug. Außerdem griff Tiglatpileser rigoros zum Mittel der Massendeportation. Während Tausende von Landsleuten in den Grenzgebieten angesiedelt wurden, mussten die meisten der dort lebenden Stämme durch Versklavung den Weg ins assyrische Kernland antreten. Alleine für die Regierungszeit Tiglat-pilesers wird mit der Deportation von mehreren 100.000 Personen gerechnet. Damit wurden rebellische Staaten und Stämme nicht nur besiegt, sondern vernichtet. Die deportierten Personen befanden sich in einer fremden Umwelt, waren von assyrischen Rationen abhängig, ohne Kontakt mit ihren ehemaligen Landsleuten und hatten keine Wahl, als die assyrische Herrschaft zu akzeptieren und sich in das Reich einzugliedern. Diese Politik führte zu einer Vermischung der Bevölkerung und auch einer sprachlichen Vereinheitlichung. Die immer wieder auftretenden Aufstände schlug Tiglatpileser mit brutaler Gewalt nieder. Das Schicksal der Rebellen wird in allen Einzelheiten geschildert, um Nachahmer einzuschüchtern.
Als Tiglat-pileser 727 v. Chr. starb, hinterließ er ein Reich ungeheuren Ausmaßes, das sich sowohl im Inneren als auch nach außen hin relativ stabil und gefestigt präsentierte.

715 v.u.Z.
Erst mit dem Wiedererstarken der Assyrer nach einer 80jährigen Schwächephase ab etwa 740 v.u.Z. und vermehrten Angriffen kamen die Meder enger zusammen und gründeten 715 v.u.Z. eine größere Konföderation. Ihr erster bekannter König war ab Kyaxares I. (Kyakser). Es handelte es sich jedoch zunächst um Regionen und Kleinstfürstentümer, die aus mehr als 100 Stammesverbänden bestanden und sich unter Kyaxares I. zu einer militärischen Einheit verbündeten. Wechselnde Bündnispartner veränderten im Verlauf immer wieder die Gebietsstrukturen der medischen Konföderation.
Die Beziehung zu den Mannäer war sehr wichtig. Denn die gesellschaftlichen Strukturen, Lebensweise und Abstammung waren sehr nahe, doch politisch wurden Auseinandersetzungen durchgeführt. Erst nach der Zerschlagung des Assyrischen Reiches gliederten sich die Mannäer den Medern unter.

Um 714 v.u.Z.
Urartu wurde nach über zwei Jahrzehnten neuen assyrischen Druck und Verluste im Kampf gegen die Kimmerer durch den assyrischen König Sargon II. (721-705 v.u.Z.) in einer Schlacht entscheidend geschlagen. Sargon II. berichtet u.a. von 55 niedergebrannten urartäischen Städten. Danach wurde Urartu Assyrien gegenüber tributpflichtig. Auch wenn Urartu sich von dieser gewaltigen Niederlage zwar erholen konnte, stellte es aber für Assyrien keine Bedrohung mehr dar. Dieser Sieg ist die Vorbedingung für die anschließend wiedergewonnene Herrschaft über den Mittleren Osten.
Assyriern kann weiter unter Sargon II. bis nach Zypern und Mittelanatolien ausweiten. Eine seit Jahr währende Rebellion in Babylon wird niedergeschlagen.

708 v.u.Z.
Der Einfall der Kimmerer um 708 befreite Manna von der Bedrohung durch den mächtigen nördlichen Nachbarn Urartu. Wie weit die Kimmerer in den Iran vorstießen ist unklar. Zur Zeit Sanheribs (705-681) waren die Mannäer und Meder wohl mit den Kimmerern verbündet. Die Kimmerer sprachen eine iranische Sprache, waren ein Reitervolk wie die Skythen und stammten aus der Region der Südwestküste des Kaspischen Meeres ab.

700 v.u.Z.
Im Westen Anatoliens werden die zwei Staaten der Lyder und der Phryger gegründet.

681 – 650 v.u.Z.
In der Zeit des assyrischen Königs Assurhaddons (681-669) begegneten uns die Mannäer als Verbündete der Skythen. Beide wurden von den Assyrern neben den Medern als ernte Bedrohung wahrgenommen. Eine feste Kontrolle des Hochlandes, wie unter Sargon, bestand auf jeden Fall nicht. Unter Assurbanipal (669 – 627) versuchten die Mannäer unter König Ahšeri, auf assyrisches Gebiet vorzudringen und nahmen mehrere Befestigungen ein. Assurbanipal schickte zwischen 665 und 655 Truppen gegen sie aus, die Izirtu belagerten und das Umland verwüsteten. Daraufhin wurde Ahšeri von seinen Untertanen abgesetzt und getötet, sein Sohn unterwarf sich den Assyrern, die ihn gegen Abtretung einiger Grenzorte im Amt bestätigten. Da auch unter den Medern, den südlichen Nachbarn der Mannäer, Unruhen herrschten, konnten die Assyrer vermutlich nicht mit der gewohnten Härte durchgreifen.

667 v.u.Z.
Unter Assurbanipal (668-627 v.u.Z.) wurde mit der Einnahme Thebens, der Hauptstadt Oberägyptens, dem neuassyrischen Reich die größte Ausdehnung gegeben. Um 650 wurde auch noch das weitgehend unabhängige Königreich Elam mit seiner Hauptstadt Susa erobert. Die 40-jährige Regierungszeit von Assurbanipal war die sog. Blütezeit des Neuassyrischen Reiches, was als das erste Weltreich der Geschichte bezeichnet werden kann.

Mitte des 7. Jh. v.u.Z.
Fast der ganze Mittlere Osten ist unter der Hegemonie der Assyrer (ganz Mesopotamien, Zagros, Süd- und Mittelanatolien, Palästina-Syrien, Ägypten und Mittelarabische Halbinsel).

ca. 630 v.u.Z.
Zarathustra (Philosoph und Reformator) wurde in Medien geboren. Seine Lehre waren der monotheistische Glauben (Guter Gott: Ahura Mazda) und ethischer Dualismus. Für Zarathustra war das Leben ein ständiger Kampf zwischen Gut und Böse, Wahrheit und Lüge und Licht und Finsternis. Der Zoroastrismus, die Lehre von Zarathustra, wird bis zum arabisch-islamischen Einfall im 7. Jh. n.u.Z. zur Hauptreligion der Kurden und Perser.

630 – 625 v.u.Z.
Die aus dem Norden kommenden Skythen unternahmen 625 einen Vorstoß in den Mittleren Osten und Raubzüge bis nach Palästina. Noch mehrere Jahre hinweg waren sie eine Gefahr für die Staaten des Mittleren Ostens. Die Skythen haben mit ihren Streifzügen auch die Meder in ihrer Entwicklung mehrere Jahre zurückgeschlagen und zum weiteren Niedergang des Urartustaates beigetragen. Kyaxares II. (624-585 v.u.Z.) beendete schließlich die Skythenherrschaft in Medien. Danach nahm die medische Konföderation durch weitere militärische Expansionen an Ausdehnung hinzu.

626 v.u.Z.
Nach dem Tod von Assurbanipal wurde der Neubabylonische Staat durch einen Aufstand in Süd-Mesopotamien gegründet. Die Konföderation der Meder nimmt auch deutlich an Stärke zu. Die Meder verbündeten sich gegen die Assyrer mit den Babyloniern.
Das neuassyrische Reich war einzig und allein auf Expansion ausgerichtet. Die eroberten Gebiete wurden durch Deportationen der Bewohner, ihre Versklavung und Steuern so lange ausgeblutet bis nur eine weitere Expansion in Frage kam, um den Lebensstandard der Führungsschicht zu halten. Um die immer weiter entfernten Gebiete unter Kontrolle zu halten, mussten immer mehr Assyrer aus dem Kernland als Soldaten eingesetzt, umgesiedelt bzw. zu Verwaltungsaufgaben abgezogen werden. Die so immer weiter abnehmende Produktivität des Kernlandes zwang wiederum zur Ausbeutung der eroberten Gebiete und damit zu weiteren Expansionen. So waren wohl bereits bei der Eroberung Thebens die Ressourcen an Verwaltungspersonal erschöpft. Dies führte nicht zu einem sofortigen Zusammenbruch, wie sich an der 40-jährigen Herrschaft Assurbanipals zeigte. Das instabil gewordene Reich konnte durch einen starken König, reiche Ernten und relativ wenig Unruhen an den Außengrenzen noch standhalten.

620-610 v.u.Z.
Das ohnehin schwache Königreich Urartu, was sich nur noch um den Wan-See konzentrierte, verschwand einerseits durch einen weiteren Einfall der Skythen andererseits durch die Erstarkung Mediens endgültig von der Geschichtsbühne.